Schlusswort

Fazit: Insgesamt gesehen war es ein recht anstrengender, aber auch gelungener Urlaub. Während man die meiste Zeit in Deutschland fror, machte uns die wochenlange Hitze zu schaffen. In Süditalien und Sizilien waren im Landesinneren Temperaturen von 40° C an der Tagesordnung. Mitunter zeigte das Thermometer abends nach 23 Uhr noch stolze 32° C an! Auf die Dauer schafft das Jeden und so habe ich mich so manches Mal nach Lappland gesehnt, wo ich mich im August mit Pullover am Lagerfeuer wärmen musste. Am Meer waren die Temperaturen natürlich auszuhalten und das Baden und Schnorcheln ist insbesondere an Siziliens und Süditaliens Küsten ein Genuss. Hier fror ich selbst nach einer Stunde Baden und Tauchen mit Arian nicht. Bei Wassertemperaturen von 27 / 28° C auch kein Wunder. Am Strand von Vulcano kann man sogar bei 33° C baden und wem selbst das noch zu kühl sein sollte, der kann sich in die Schwefelquelle bei 45° C oder auf den heißen Boden daneben legen. 

Trotz alledem werde ich als Camper Italien in Zukunft meiden und zwar aus folgenden Gründen: 
In der Hauptsache ist es der allgegenwärtige Dreck und Müll, der sich hauptsächlich im Süden breit macht. Strandabschnitte, die nicht vom Pächter der Bar oder des Lidos gesäubert werden (weil einsam gelegen) sind oftmals derart zugemüllt, dass einem die Lust aufs Baden vergeht. In den Dörfern und Städten sieht es nicht viel anders aus. Soviel Dreck und Müll in der freien Natur habe ich wirklich nirgendwo sonst gesehen!!!
Nirgends in Europa haben wir bisher auf Campingplätzen so teuer in soviel Dreck und bei minimalstem Komfort gestanden wie in Italien. Eine Ausnahme bildete lediglich der Campingplatz in Südtirol am Kalterer See und ein einsamer Campingplatz in den Bergen bei Fanano, wo wir mit einem italienischen Ehepaar die einzigen Gäste waren! Sonst gab es nirgends Warmduschen ohne Münzautomat oder Warmwasser für Wäsche und Geschirr. 

Ein Vergleich: In der Hauptsaison habe ich mit meiner Familie für 50 DM/Tag auf dem Campingplatz im Kurort Badenweiler (Schwarzwald) gestanden. Gepflegter Rasen, parzelliert mit genügend Abstand zum Nachbarn, der Sanitärbereich komplett von Villeroy & Boch und zu jeder Tageszeit alles Tipp Top und sauber und "all inclusive". 

Italien: Das Stellen von Zelt (Kuppelzelt von Wolfskin mit ca. 2,5 Meter Durchmesser) und Auto erfordern gründliche Planung, sonst passen der kleine Campingtisch und die drei Stühle nicht mehr hin, kein Rasen - auch kein Wunder bei dieser Hitze - nur Staub und Sand. Abstand zum Nachbarn meist nur wenige Zentimeter (Italiener sind ein äußerst kommunikatives Völkchen und lieben diese Nähe), warmes Wasser für den Abwasch bereitet man sich selbst, der Sanitärbereich meist "unter aller Sau" und das alles sehr preiswert für umgerechnet 50 bis 74 DM pro Tag für 2 Erwachsene, 1 Kind, Auto und Zelt! 

Hier muss ich insbesondere vor einem Campingplatz warnen: Ein nobles Portal lädt zum Verweilen ein, der Name verspricht das Paradies in der Ödnis: "Camping Village - Nice Garden", dahinter aber verbirgt sich das nackte Elend! Camper aufgepasst! Der Platz ist eher eine Ansammlung von Datschen und Bruchbuden für stadtmüde Römer und Neapolitaner und liegt außerdem weitab vom Strand. Da alle Duschen während unseres Aufenthaltes defekt und ohne Griffe (weil demontiert) an den Armaturen waren, musste ich zur Erfrischung eine Handdusche auf der Toilette benutzen und die dient ja eigentlich einem anderen Zweck ... Bei unserer Ankunft auf diesem Platz (GPS N41°17.722' E013°19.158', östlich von Terracina zwischen Rom und Neapel) war es schon stockduster und der Platz ist vom Eingang her nicht einsehbar, da vorn ein großer Parkplatz liegt. Aber am nächsten Tag sind wir noch nie so schnell von einem Platz geflüchtet, wie von diesem ... 

Zum Anderen verdirbt mir die undurchsichtige Preispolitik der Restaurants und Gaststätten den Appetit. Meist überstieg der Anteil für das Besteck auf der Rechnung den Wert von Messer und Gabel um ein Vielfaches und wann und warum wird noch eine Mehrwertsteuer extra berechnet? Gut, dafür gebe ich zwar kein Trinkgeld, aber lassen sich diese Positionen nicht auf der Karte ausweisen!? Für Trinkgelder gibt es ja eine einfache Faustregel:

Hohe Trinkgelder sind gut ... Kleine Trinkgelder sind besser ... Keine Trinkgelder sind am Besten für das Reisebudget.

Allerdings stellten die seltenen Restaurantbesuche durchaus unseren Gaumen zufrieden.

Irgendwann wird jeder Papa mal leichtsinnig - oder aber mich ritt einfach nur der Teufel - wie ich meinem Sohn versprach: Einmal nehmen wir einen Platz mit Pool und Wasserrutsche, Spielgeräten und allem was dein Herz höher schlagen lässt! Und es passierte das Schlimmste, was mir passieren konnte: Ich konnte mein Wort nicht halten! Dagegen waren der abgerissene Auspuff kurz vor München, die defekte Benzinleitung in den abgeschiedenen Bergen Siziliens und die beiden Reifenpannen des WoMos meines Freundes, wovon ihm eine fast das Auto kostete, die reinsten Lappalien.

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